Schawuot
Der anstehende Feiertag hat in der Tora mehrere Namen. Einer davon ist Schawuot, doch auch Chag Habikkurim und Azeret (Unterbrechung, Einschränkung) sind Namen, mit denen die Tora das Fest bezeichnet. In der Gemara wird diskutiert, ob die Feiertage ganz G'tt (zum Lernen), ganz uns (zum Essen und Trinken) oder doch beiden zur Hälfte gewidmet sind. Bezüglich Schawuot sind sich aber alle einig, dass man auch Zeit dem Essen und Trinken widmen muss. Dies ist überraschend, da man gerade am Tag der Toragabe meinen könnte, dass man nur fasten und lernen soll. Die Grundlage der Tora ist das Aufhören. Die Tora ist eine Tora des Lebens. Man soll lernen, aber auch genauso Essen (und Birkat Hamason) sagen. Dies steht im Gegensatz zu diveren Sekten, die eine asketische Lebensweise predigten. Es ist also alles erlaubt, aber die Tora gibt uns die notwendige Balance, wie die Dinge zu tun sind, und wo wir aufhören sollen, die Dinge zu tun. Wir dürfen Fleisch essen, aber danach dürfen wir nicht sofort Milch trinken. Wir dürfen Brot essen, aber wir müssen vorher die Hände waschen und nachher Birkat Hamason sagen. Das ist die Bedeutung des Namens Azeret für das Fest, an dem wir die Tora bekommen haben, die uns die notwendigen Einschränkungen gibt. Weshalb heißt der Berg, an dem wir die Tora bekommen haben, Sinai? Aufgrund der Toragabe beneideten uns die anderen Völker und hassten uns in der Folge. Das Wort für Hass, "Siná" ist dem Wort Sinai sehr ähnlich. Doch dieser Hass ist eines der Geschenke G'ttes an uns, denn dieser erzwungene Abstand von den anderen Völkern verhindert Assimilation, die uns ansonsten bedrohen würde. Die Toragabe unterbricht also die Assimilation , und auch das ist eine Bedeutung des Namens Azeret für den Feiertag, an dem wir die Tora erhalten.
Bamidbar
Der Midrasch berichtet, dass G'tt den Berg Sinai über das jüdische Volk hielt und forderte, dass dieses die Tora annehmen müsse. In der Gemara wird vom Vorwurf der anderen Völker berichtet: Diese hätten, wären sie gewzungen worden, die Tora ebenso angenommen!
Der Midrasch beantwortet diesen Vorwurf mit einer Stelle aus der Parascha dieser Woche, die nicht zufällig meistens am Schabbat vor Schawuot gelesen wird. Im Rahmen der Zählung des Volkes wird erwähnt, dass es nach ihren Familien, nach ihren Vatershäusern gezählt wurde. Raschi erklärt, dass jeder seine Abstammung belegen musste und konnte, und so einem Stamm zugeteilt werden konnte. Der Midrasch sagt nun, dass die Juden gezwungen wurden, da sie ihre Abstammung nachweisen konnten, die anderen Völker aber nicht.
Doch inwiefern beantwortet dies den Vorwurf? Normalerweise ist ein Bekenntnis oder sonst eine Aussage, die unter Zwang gewonnen wird, nicht viel wert. Doch der Rambam erklärt, dass ein Jude, Nachfahre von Awraham, Jizchak und Ja'akov, die Tora und die Mizwot prinzipiell einhalten will. Wird er also zum Einhalten gezwungen, holt man nur hervor, was ohnehin bereits in ihm ist. Das ist vergleichbar mit einem Kleinkind, das nicht essen will, obwohl es eigentlich sehr hungrig ist. Vielleicht ist es mit etwas anderem beschäftigt, beleidigt, etc. Doch wenn es zum Essen gezwungen wird, wird esdann auch weiter essen. Ein Mensch dagegen, der gewzungen wird, zum Beispiel Sand zu essen, wir das umgehend einstellen, sobald der Zwang beendet wird. Damit ist erklärt, weshalb nur ein Volk, das seine Nachkommenschaft von von Awraham, Jizchak und Ja'akov lückenlos nachweisen konnte, durch Zwang zu einem bedeutsamen Bekenntnis zur Tora gezwungen werden konnte.
Kidduschim & Se'uda Schlischit
Die Misrachi bieten Ihnen die Möglichkeit, aus Anlass einer Jahrzeit oder eines
freudigen Ereignisses (z. B. Geburt oder Geburtstag) den Kiddusch oder die Se’uda
Schlischit zu spenden.
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