Behalotcha
Wie aber die Wolke von dem Zelt gewichen war, siehe, da war Mirjam aussätzig wie Schnee. Da wendete sich Aharon zu Mirjam und siehe, sie war eine Aussätzige.
In der Parascha dieser Woche bekommt Miriam, Mosches Schwester, einen Ausschlag namens Zara't, den man unter anderem als Strafe für Laschon Hara, also üble Nachrede, erhalten kann. Miriam hat zuvor mit ihrem Bruder Aharon über ihren gemeinsamen Bruder Mosche gesprochen.
Der Chafez Chaim erklärt, dass man sich bei jedem Schmerz, der einen ereilt, überlegen muss, wie man dies verdient hat. Wenn man selbst vorsichtig ist, nie über jemanden Laschon Hara zu reden, ist man auch davor bewahrt, dass über einen Laschon Hara gesprochen wird. Während Mosche seinen Geschwistern nicht böse war, war er wohl doch zumindest ein bisschen verletzt. Was hat er getan, dass er diesen Schmerz verdient hat?
Im eingangs zitierten Pasuk wird zuerst betont, dass Mirjam "aussätzig wie Schnee" war. Dieser Aussatz konnte mehrere Farbtöne aufweisen, einer war "Schneeweiß." Anschließend steht aber nur noch, dass sie aussätzig war, ohne nähere Beschreibung.
Als G'tt Mosche beauftragte, die Juden aus Ägypten zu führen, äußerte dieser seine Sorge, dass diese ihm nicht folgen wollen würden. Daraufhin bietet G'tt ihm zwei Zeichen an, um das Volk von seiner Gesandschaft durch G'tt zu überzeugen. Das erste Zeichen war ein Stock, der sich in eine Schlange verwandelte. Raschi erklärt dazu, dass die Schlange eine Andeutung an Mosche war, dass er Laschon Hara über das Volk gesprochen hatte, wie die erste Schlange, die Laschon Hara gesprochen hatte. Und auch das zweite Zeichen, das er Mosche gab, war eine Anspielung auf seine Laschon Hara gegenüber dem Volk: Er steckte seine Hand in sein Gewand, und als er sie herausnahm, war sie "aussätzig wie Schnee", da Aussatz wie gesagt eine Strafe für Laschon Hara ist. Raschi ergänzt an dieser Stelle aber noch, dass die Hand so schneeweiß war, "wie Mirjam wegen Laschon geplagt wurde." Dieser Hinweis wirkt überflüssig - Mosches Hand erhielt Zara'at-Ausschlag, weil er Laschon Hara gesprochen hatte. Was lehrt uns der Hinweis auf Mirjam?
Dies ist ein Hinweis darauf, dass Mirjam Laschon Hara mit seiner verbunden ist. Wenn auch Mirjams üble Nachrede nicht erlaubt oder gerechtfertigt war, so verdiente sie Mosche dennoch, weil er zuvor schlecht über das Volk gesprochen hatte. Deshalb wird auch bei Mirjam erwähnt, dass ihr Aussatz schneeweiß war, wie der von Mosche.
Nasso
Ein Nasir verpflichtet sich für eine bestimmte Zeit, sich nicht an Toten zu verunreinigen, keine Traubenprodukte zu sich zu nehmen und sich seine Haare nicht zu schneiden. Die Gemara erklärt uns, dass die normale Nasir-Zeit 30 Tage beträgt. Die Tora sagt, dass der Nasir "kadosch", heilig, ist. Doch die Kommentatoren fragen sich, was so heilig daran ist, einen Monat lang die Haare nicht zu schneiden. Es kommt durchaus vor, dass Menschen einen Monat lang nicht zum Friseur gehen. Auch Wein und Traubensaft trinkt, vom Kiddusch abgesehen, nicht jeder regelmäßig. Auch das Verunreinigen an Toten lässt sich, wenn man etwas darauf achtet, leicht vermeiden. Was war dann das Besondere am Nasir, dass er von der Tora heilig genannt wird? Heilig wird jemand genannt, der seine Triebe überwindet, etwas nicht zu tun. Normalerweise ist es kein Problem, einen Monat lang die Haare nicht zu schneiden oder keinen Wein zu trinken, denn man weiß, dass man es jederzeit könnte. Doch sobald man weiß, dass man etwas nicht darf, versucht einen der Jezer Hara, der böse Trieb, dazu zu verleiten, es doch zu tun. Deshalb sagt die Gemara auch, dass derjenige, der etwas verpflichtet tutgrößer ist als derjenige, der es aus freiem Willen tut. Denn der verpflichtete hat einen viel stärkeren Jezer Hara, es nicht zu tun. Der Nasir legt sich selbst eine Verpflichtung auf, wodurch automatisch der Jezer Hara, die ihm nun verbotenen Dinge zu tun, entsteht. Diesen Trieb muss er nun überwinden, und wird so heilig. Viele Menschen handeln meistens sehr spotan. Ihnen wird etwas gesagt, und sie antworten oder reagieren sofort. Wenige Menschen denken nach, bevor sie etwas tun. Doch genau das, das Handeln aus Gedanken heraus, ist heilig. Alles um einen herum hat einen Einfluss auf einen. Jemand, der den Prozess einer Sota, einer Frau, die der Untreue verdächtigt wurde, miterlebt, denkt darüber nach und fragt sich, wie er davon unbeeinflusst bleiben kann. Er könnte nach einer anderen Erklärung zur eingangs gestellten Frage auf die Idee kommen, eine Zeit lang ein Nasir zu sein. Dieses Nachdenken und danach Handeln ist heilig.
Kidduschim & Se'uda Schlischit
Die Misrachi bieten Ihnen die Möglichkeit, aus Anlass einer Jahrzeit oder eines
freudigen Ereignisses (z. B. Geburt oder Geburtstag) den Kiddusch oder die Se’uda
Schlischit zu spenden.
Schabbatzeiten 5786
Sie können die Liste mit Zeiten für alle Schabbatot und Feiertage für das Jahr 5786 als PDF-Datei herunterladen, genauso wie die Liste der halachischen Zeiten (Smanim) für das ganze Jahr.
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