Schlach Lecha
Es gibt einen oft zitierten scheinbaren Widerspruch zwischen zwei Bemerkungen von Raschi zur Parascha dieser Woche. Einerseits erklärt Raschi, dass die Kundschafter, die das Land Israel beobachten sollten, bei Aufbruch zur Mission angesehene, "koschere" Menschen waren. Als sie zurückkamen und schlecht über das Land sprachen, betont Raschi jedoch, dass sie bei der Abfahrt so schlechte Intentionen hatten, wie bei der Rückkehr.
Raw Jehuda Assad stellt zusätzlich die Frage, weshalb die Tora erwähnt, dass die Kundschafter sich "aus der Wüste Paran" auf den Weg machten?
Als Jischma'el nach der Vertreibung durch Awraham in der Wüste verdurstete, gab es im Himmel eine Diskussion, ob ihm geholfen werden soll, wenn er und seine Nachkommen dem jüdischen Volk doch viel Leid bringen würden. Doch G'tt entschied, dass er zu diesem konkreten Zeitpunkt ein Zadik war und daher gerettet werden müsste. Dieses Konzept, dass man Menschen nach ihrem gegenwärtigen Zustand bewertet und nicht zukünftiges sündiges Verhalten in Betracht zieht, wurde in der Wüste Paran anhand von Jischma'el entwickelt.
Deshalb betont die Tora, wie Raw Assad erklärt, dass die Kundschafter aus der Wüste Paran kamen - ein Hinweis darauf, dass sie zu diesem Zeitpunkt wohl schlechte Absichten hatten. Reine Absicht rechnet G'tt aber nicht zum Schlechten an, und nur anhand ihrer gegenwärtigen Taten waren die Kundschafter als Zadikim zu betrachten. Erst als sie dann sündigten wird offenbar, dass ihre bösen Absichten von Anfang an da waren und sich leider am Ende auch in Taten manifestierten.
Dieses Konzept ist auch für uns sehr wichtig. Denn wenn jemand vor und während der Jamim Noraim Tschuwa macht und betet, wird er zu Rosch Haschana und Jom Kippur nach diesem seinen gegenwärtigen Zustand beurteilt - selbst wenn er später im Jahr dann entgegen seiner Vorsätze doch sündigen sollte.
Behalotcha
Wie aber die Wolke von dem Zelt gewichen war, siehe, da war Mirjam aussätzig wie Schnee. Da wendete sich Aharon zu Mirjam und siehe, sie war eine Aussätzige.
In der Parascha dieser Woche bekommt Miriam, Mosches Schwester, einen Ausschlag namens Zara't, den man unter anderem als Strafe für Laschon Hara, also üble Nachrede, erhalten kann. Miriam hat zuvor mit ihrem Bruder Aharon über ihren gemeinsamen Bruder Mosche gesprochen.
Der Chafez Chaim erklärt, dass man sich bei jedem Schmerz, der einen ereilt, überlegen muss, wie man dies verdient hat. Wenn man selbst vorsichtig ist, nie über jemanden Laschon Hara zu reden, ist man auch davor bewahrt, dass über einen Laschon Hara gesprochen wird. Während Mosche seinen Geschwistern nicht böse war, war er wohl doch zumindest ein bisschen verletzt. Was hat er getan, dass er diesen Schmerz verdient hat?
Im eingangs zitierten Pasuk wird zuerst betont, dass Mirjam "aussätzig wie Schnee" war. Dieser Aussatz konnte mehrere Farbtöne aufweisen, einer war "Schneeweiß." Anschließend steht aber nur noch, dass sie aussätzig war, ohne nähere Beschreibung.
Als G'tt Mosche beauftragte, die Juden aus Ägypten zu führen, äußerte dieser seine Sorge, dass diese ihm nicht folgen wollen würden. Daraufhin bietet G'tt ihm zwei Zeichen an, um das Volk von seiner Gesandschaft durch G'tt zu überzeugen. Das erste Zeichen war ein Stock, der sich in eine Schlange verwandelte. Raschi erklärt dazu, dass die Schlange eine Andeutung an Mosche war, dass er Laschon Hara über das Volk gesprochen hatte, wie die erste Schlange, die Laschon Hara gesprochen hatte. Und auch das zweite Zeichen, das er Mosche gab, war eine Anspielung auf seine Laschon Hara gegenüber dem Volk: Er steckte seine Hand in sein Gewand, und als er sie herausnahm, war sie "aussätzig wie Schnee", da Aussatz wie gesagt eine Strafe für Laschon Hara ist. Raschi ergänzt an dieser Stelle aber noch, dass die Hand so schneeweiß war, "wie Mirjam wegen Laschon geplagt wurde." Dieser Hinweis wirkt überflüssig - Mosches Hand erhielt Zara'at-Ausschlag, weil er Laschon Hara gesprochen hatte. Was lehrt uns der Hinweis auf Mirjam?
Dies ist ein Hinweis darauf, dass Mirjam Laschon Hara mit seiner verbunden ist. Wenn auch Mirjams üble Nachrede nicht erlaubt oder gerechtfertigt war, so verdiente sie Mosche dennoch, weil er zuvor schlecht über das Volk gesprochen hatte. Deshalb wird auch bei Mirjam erwähnt, dass ihr Aussatz schneeweiß war, wie der von Mosche.
Kidduschim & Se'uda Schlischit
Die Misrachi bieten Ihnen die Möglichkeit, aus Anlass einer Jahrzeit oder eines
freudigen Ereignisses (z. B. Geburt oder Geburtstag) den Kiddusch oder die Se’uda
Schlischit zu spenden.
Schabbatzeiten 5786
Sie können die Liste mit Zeiten für alle Schabbatot und Feiertage für das Jahr 5786 als PDF-Datei herunterladen, genauso wie die Liste der halachischen Zeiten (Smanim) für das ganze Jahr.
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